mein-seelenmord

Ich über mich




ICH ÜBER MICH
 

Ich bin 33 Jahre alt, wohne in einer 2er WG, in denen auch noch 2 Hunde wohnen ( meine Hündin und der Hund meines WG Partners) und kann eigentlich sagen, dass es mir gut gehen müsste. Mir würde es sicherlich auch gut gehen, wenn ich meine Vergangenheit nicht hätte.

Zur Zeit bin ich mehr in Psychiatrien ( geschlossene oder auch offene) als zu Hause. Mein nächster Schritt wird eine Traumatherapie sein. Ich hoffe, dass ich dann endlich mal wieder mein Leben so auf die Reihe bekomme, wie ich es noch vor ungefähr 2 Jahren war.

In den 2 Jahren hat sich mein Leben um 180 Grad gedreht.  Zuerst fing es mit harmlosen Symptomen, wie Schwindel, Umkippen, zittern, Gleichgewichtsstörung, Unterzuckerung, niedrigen Blutdruck, Angst und Panikattacken, Nadelstiche im Gesicht, leichten Haarausfall und der gleichen los. Als die schlimmeren Symptome, unter anderem Muskelzuckung, die einen epileptischen Anfall glichen, Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Atemnot mit Hyperventilation und der gleichen los ging, kam ich das erste mal in einer Klinik für psychosomatische Medizin. Dort begegnete ich einen Krankenpfleger, der dem Teufel sehr ähnlich sah. Ab dem Zeitpunkt fingen bei mir die Erinnerungen meiner Vergangenheit an. Und heute, eineinhalb Jahre später, nachdem ich die dritte psychiatrische bzw. psychosomatische Klinik hinter mich gebracht habe, bekam ich gerade noch die Kurve, dass man mir einen Betreuer aufhalst, ich in eine Klinik für Borderline überwiesen werde und dass ich entmündigt werde. Ich war kurz davor entmündigt zu werden, weil ich mich ständig auf´s neue selbstverletzte. Ich nahm schon alles was sehr spitz und vor allem scharf war, so dass ich auch wirklich anfange zu Bluten, denn wenn ich Blut sah, ging es mir gut. Ebenfalls hatte ich starke Suizidgedanken, die ich mit Versuchen auch durchführte, was aber zum Glück nicht vollendet wurde. Ich konnte für mein eigenes Leben keinerlei Verantwortung mehr übernehmen. Ich hatte Angst vor meiner Vergangenheit, Angst vor meinen Erinnerungen, Angst vor mir selber und vor allem Angst vor der Zukunft: 

Ich bin ein Inzestopfer und fange nach und nach an, meine Vergangenheit zu verarbeiten und zu akzeptieren. Es fällt mir nicht leicht. Vor eineinhalb Jahren ( Anfang 2006) konnte ich mich das erste mal an meiner Vergangenheit erinnern. Und erst jetzt habe ich den Mut, mit weiteren Opfern in Kontakt zu treten. Ich bin noch lange nicht so weit, dass ich alles verarbeitet habe. So langsam aber merke ich, dass ich immer besser darüber reden und auch schreiben kann.

Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum ich mir diese Homepage angelegt habe.

Ich sage den Kinderschändern den KAMPF an. Kontakte zu Gleichgesinnten ist Balsam für die Seele. Vergewaltigung ist der Mord an der Seele. Seelenmord. Jeder sollte und MUSS etwas gegen Missbrauch von Kindern unternehmen. 

An alle Opfer

Habt den Mut und zeigt ihn an. Habt den Mut und tretet mit anderen Opfern in Kontakt. Den ersten Schritt habt ihr bereits getan. Ihr seit hier auf meiner Seite gelandet und lest sie euch durch. 

Kontakte zu Gleichgesinnten tun der Seele wirklich gut.

Ein Paar Wochen später

Heute schreiben wir den 08.08.2007. Seit einer Woche weiß ich, dass ich alles hinnehmen muss. Dass ich den sexuellen Missbrauch hinnehmen muss.  ER darf weiter auf freiem Fuß leben.

Er geht wie jeden Tag zur Arbeit.

Auch ich hatte mal eine Arbeitsstelle. Ich hatte einen Chef, der wirklich sehr verständnisvoll war. Ich hatte einen Chef, der gut bezahlte.

Er geht Abends oder am Wochenende raus und amüsiert sich.

Ich halte es unter mehreren Menschen nicht ohne Angst- und Panikattacken aus. ( Während andere auf ein Grillfest gehen, sitze ich zu Hause, weil ich die Menschenmenge nicht aushalte) Ich ging mal eine Zeit lang sehr gerne raus.

Er muss sich mit keinen Schmerzen herumplagen. Seelische Schmerzen kennt er nicht.

Ich muss mich ständig ablenken, damit ich nicht an damals denke. Manchmal hilft auch das nicht

Ich hasse meine Vergangenheit!!!!

Eigentlich kann ich sagen, dass ich eine lebenslustiger Frau bin, die gerne lacht und sich auch sehr gerne mit Freunden trifft und für jeden Spaß zu haben ist. Seit dem ich aber über meine Vergangenheit Bescheid weiß, hat sich so vieles bei mir oder aber auch in mir geändert. Meistens bin ich am liebsten nur für mich allein. Das ist meist immer dann, wenn ich mit Freunden oder mit der Familie zusammen sitze. Wenn ich alleine bin, dann wäre ich lieber mit Freunden oder der Familie zusammen. Manchmal kann ich einfach nicht zu Hause sitzen. Ich muss dann auf Achse. Irgendwo mit dem Bus hinfahren. Meistens gehe ich dann durch die Stadt. Aber da wird es mir mit der Zeit dann auch zu voll. Viel zu viele Menschen. Hin und wieder habe ich einfach das Gefühl, ich kann mein Leben nicht mehr so gestalten, wie ich es gerne möchte. Irgendwie etwas großes Planen fällt mir meistens schwer. Zumal ich nie weiß, wie es mir am Tag geht. Heute kann es mir sehr gut gehen und morgen traue ich mich mal wieder nicht auf die Straße. Morgens geht es mir gut, zum Mittag hin gehe ich zum Einkaufen und im Bus geht es mir auch noch gut. Wenn ich dann aber an der Kasse stehe, sehe ich irgendetwas und dann ist es auch schon wieder vorbei. Irgendetwas erinnert mich dann schon wieder an meiner Vergangenheit und ich würde am liebsten nur noch losheulen. An der Kasse werde ich dann unruhig, ich bekomme Herzrasen, ich fange an zu schwitzen. Manchmal habe ich Angst, jeden Moment umzukippen. Genau das nennen Therapeuten Angst und Panikattacken bzw. Zustände. Manchmal reichen auch schon ein paar Worte, die ich irgendwo lese, um eine Panikattacke zu bekommen. Hin und wieder reicht es schon, wenn ich im Fernsehr etwas zwischen Vater und Tochter sehe. Es brauch schon einfach nur die Werbung zu sein. Ich hoffe, dass das alles wieder verschwindet.

Vielleicht wiederhole ich mich hier oder auch auf anderen Seiten hin und wieder mal. Aber ich schreibe eigentlich nur das auf, was ich zur Zeit fühle und denke.


Toner
[ Besucher-Statistiken *beta* ]