mein-seelenmord

Die heilung vom Teufel den ich

Vorwort

Ich will mich aber nicht unterkriegen lassen. Weder von dem Teufel, noch von meinem Gefühlen. Ich will weiter leben. Ein neues Leben anfangen und dabei mein altes Leben weiter leben. Wie ich das machen will, weiß ich noch nicht. Aber ich werde daran arbeiten. Ich muss daran arbeiten. Meine Homepage http://mein-seelenmord.chapso.de
 hat schon sehr viele Besucher. Meine Unterschriftenaktion, die ich, nachdem ich wusste, dass meine Sache VERJÄHRT ist, im Internet startete, läuft auf Hochtouren. In verschiedenen Foren sind heftige Diskussionen über das Thema Verjährung und härtere Strafen bei sexuellem Kindesmissbrauch. Es gibt Menschen, die für die Todesstrafe sind, es gibt Menschen, die gegen die Todesstrafe sind. ES gibt auch Menschen, die sagen, dass man einem Kind nicht den Vater weg nehmen darf, selbst wenn er ein Kinderschänder ist. Es gibt sehr viele Meinungen über diesem Thema. Mit ist aufgefallen, dass wenn auch nur einer den Mund aufmacht, sehr viele ihre eigene Meinung über dieses Thema Preis geben. Dass es eine sehr hitzige Diskussion über diese Thema gibt. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass man mit diesem Thema eine so riesige Diskussionswelle in Deutschland anbricht. Seit dem ich aber mit der Unterschriftenaktion: „Gegen Verjährung bei sexuellem Kindesmissbrauch“ anfing, fühle ich mich stark. Ich fühle mich nicht nur Stark, sondern auch groß. Ich habe das Gefühl, wenn ich unter einer Menschenmenge bin, ich kann auf alle drauf gucken. Ich habe nun die Macht und kann allen sagen, wo es lang geht. Das liegt einfach daran, dass mir so viele Menschen so ein super positives Feedback, wegen der Unterschriftenaktion geben.

 

Aber allein schon die Homepage hilft mir sehr viel, meine Vergangenheit zu verarbeiten. Ständig bekomme ich Emails. Und die meisten Emails sind von Opfern. Es gibt so viele Opfer. Opfer, die noch nie so richtig mit jemandem über ihren Missbrauch geredet haben. Opfer, die sich ihre Arme aufschneiden. Opfer, die nicht mehr Leben wollen. Opfer, die dort sind, wo ich noch vor vielen, vielen Wochen war. Aber es sind auch Opfer dabei, die schon sehr viel weiter als ich sind. Diese Opfer helfen mir. Denn sie zeigen mir, wie weit man noch gehen kann. Diese Opfer zeigen mir, dass ich mit meiner Vergangenheit leben kann. Dass ich es tolerieren kann. Sie zeigen mir aber auch, dass es immer und immer wieder bergab gehen kann. Dass man mal einen Tag haben kann, an dem es einem nicht so gut geht. Dass es einen Tag geben kann, an denen neue Erinnerungen kommen, die man wieder aufs Neue verarbeiten muss. Aber mit jeder Erinnerungen kann man immer besser umgehen.

 Aber eigentlich können wir Opfer mit keiner Erinnerung umgehen.

© 2007 by Patrizia Seele





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